Anleitung Pilze mit Impfdübeln auf Baumstämmen ...

Anleitung Pilze mit Impfdübeln auf Baumstämmen im Garten selber züchten

Anleitung Pilze mit Impfdübeln auf Baumstämmen im Garten selber züchten

 

Pilze werden schon seit Jahrhunderten als Nahrungs- und exklusives Genußmittel gesammelt und angebaut, dabei wurden bereits sehr früh in Asien die ersten Pilze auf Baumstämmen gezüchtet. Die klassische Methode ist die Pilzzucht auf Holzstämmen, welche mit Myzel kolonisierten Impfdübeln beimpft (inokuliert) werden. Große Beliebtheit erlangte die Zucht mit Impfdübeln durch Ihre einfache Handhabung, denn es wird kein teures Werkzeug oder Pilzzuchtequipment benötigt. Ein normaler Holzbohrer (Ø 8 mm), ein Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine, ein Hammer und etwas Wachs, Folie oder Klebeband reichen aus, um eigene frische Pilze auf Baumstämmen im Garten zu züchten.

 

Mit etwas Geduld können Sie über mehrere Jahre hinweg immer wieder frische Pilze von den Stämmen ernten und genießen. Die Pilzzucht auf Baumstämmen hat eine lange Tradition und eignet sich u.a. für die folgenden Pilzarten:

 

Diese Pilze lassen sich mit Impfdübeln auf Holzstämmen und Baumstümpfen züchten • Pilzzucht im Garten

           

Für die das Beimpfen von Holzstämmen mit Impfdübeln benötigen Sie

  • AusternseitlingAusternpilzePleurotus ostreatus
  • Wilder AusternseitlingWilder AusternpilzPleurotus ostreatus
  • Buchenrasling • Buna Shimeji BunapiHypsizygus tessulatus
  • Glänzender Lackporling • ReishiGanoderma lucidum
  • Igelstachelbart • Pom Pom blancAffenkopfpilzHericium erinaceus
  • LeuchtpilzGeisterpilzFeenfeuerPanellus stipticus
  • Rauchblättriger Schwefelkopf • Hypholoma capnoides
  • RosenseitlingRosenpilzBacon PilzPleurotus djamor
  • SamtfußrüblingWinterpilzWinterrüblingFlammulina velutipes
  • Schmetterlingstramete • CoriolusTrametes versicolor
  • Schwefelporling • Chicken of the WoodsLaetiporus sulphureus
  • ShiitakeShii TakeLentinula edodes
  • Stockschwämmchen • Kuheneromyces mutabilis
  • Südlicher Schüppling • PioppinoAgrocybe aegerita
  • ZitronenseitlingLimonenpilzPleurotus citrinopileatus
 
  • Geeignete Impfdübel
  • Holzbohrer (Ø 8 mm)
  • Akkuschrauber | Bohrmaschine
  • Hammer
  • Wachs | Frischhaltefolie | Plastikfolie
  • Nagel | Nagelrolle

 

 

 

 

 

 

 

 

Pilze auf Baumstämmen züchten, so gehts:

Löcher bohren, Impfdübel einstecken und schon ist der Holzstamm fertig mit dem Pilzmyzel beimpft.

 

 

Jetzt dauert es, je nach Pilzart, Holzart und Anzahl der verwendeten Impfdübel, etwa 6 - 24 Monate, bis Sie mit der ersten Ernte rechnen können und die Pilze an dem Stamm erscheinen. Neben Holzstämmen können Sie auch die Baumstümpfe von frisch gefällten Bäumen mit den Pilzdübeln beimpfen. Die Stümpfe verrotten schneller, müssen nicht mühsam ausgegraben werden und liefern Ihnen zusätzlich noch schmackhafte Frischpilze. Einfach mal Pilze auf Baumstümpfen züchten, es ist leichter als Sie denken!

 

Für ein schnelleres Pilzzucht-Ergebnis empfehlen wir Ihnen das Beimpfen mit Körnerbrut (Bohrlochmethode) oder die Pilzzucht mit Impfdübeln im Blumentopf z.B. auf Kaffeesatz, Holz- und Strohsubstraten.

 

Holzstämme, die Sie mit Körnerbrut bzw. Pilzbrut beimpfen, werden schneller und sicherer durch das Myzel kolonisiert (weitere Infos), da der Pilz mehr Nährstoffe, Energie und Reservestoffe zur Verfügung hat, um aus der Getreidebrut schnell in den Baumstamm einzuwachsen. Die selten genutzte Bohrlochmethode ist im Grunde genauso simpel, wie die Zucht mit Pilzdübeln. Löcher bohren und die Körnerbrut mit einem Stößel eindrücken, Fertig. Allerdings benötigen Sie einen deutlich dickereren Holzbohrer oder Forstnerbohrer (min. Ø 20 mm) um die Pilzbrut nervenschonend in den Holzstamm einbringen zu können. Gerade bei Harthölzern wie Buche, Eiche oder Obstbaumarten kann dieser Bohrdurchmesser einen Akkuschrauber oder eine kleine Bohrmaschine schnell überlasten und an die Grenzen bringen, denn Sie müssen nicht nur ein Loch bohren.

Wenn Sie sich für die Impfung mit Impfdübeln entschieden haben, finden Sie im folgenden Text die passende Anleitung um Ihre eigene Pilzzucht mit Impfdübeln auf Baumstämmen anzulegen.

 

Im zeitigen Frühjahr beimpfte Stämme können bereits im gleichen Jahr noch fruchten und die ersten Pilze ausbilden.

 

 

 

Das richtige Holz für die Pilzzucht

Die für die jeweilige Pilzart geeigneten Holzarten entnehmen Sie bitte den einzelnen Produktseiten  oder den Pilzporträts. Grundsätzlich sind die meisten Laubhölzer wie Buche oder Eiche sowie praktisch alle Obstbaumgehölze geeignet. Nadelholz ist aufgrund des hohen Harzanteils für die Pilzzucht nicht geeignet (Ausnahme: Rauchblättriger Schwefelkopf). Im Gegensatz zu Laubholz, wachsen nur einzelne Pilzarten auch auf Nadelholz. Wenn Sie Nadelholz für die Pilzzucht verwenden wollen, empfehlen wir Ihnen den Rauchblättrigen Schwefelkopf. Diese selten gezüchtete Pilzart eignet sich hervorragend für die Pilzzucht auf Nadelholz im Garten.

 

Der Holzstamm sollte frisch geschlagen sein und mindestens 8 Wochen lagern, darf  aber höchstens 6 Monate alt sein (Optimal ist eine Liegezeit von 2 - 3 Monaten). Älteres Holz ist meist schon von Konkurenzpilzen wie Schimmel besiedelt und dadurch für die Pilzzucht unbrauchbar.  Jüngeres Holz enthält noch pflanzliche Myzel-Hemmstoffe, die erst bei der Lagerung abgebaut werden. Als zusätzlicher Schutz sollte die Rinde großteilig unbeschädigt bleiben. Ein Stammdurchmesser von 10 - 30 cm ist ideal, da bei geringeren Durchmessern das Holz sonst zu schnell austrocknen würde.

 

Um eine optimale Holzfeuchtigkeit zu erreichen sollte das Holz  vor dem beimpfen für 2 bis 3 Tage gewässert werden. Dazu muss das Holz vollständig mit Wasser bedeckt sein. Am besten gelingt dies, wenn Sie das Holz in eine Wanne oder Fass legen und mit einem Stein beschweren. Nachdem das Holz gewässert wurde, muss dies noch abtropfen und kann direkt verwendet werden.

Frisch geschlagenes und abgelagertes Holz können Sie ohne Wässern sofort für ihre Pilzzucht verwenden.

 

 

 

Den Holzstamm mit dem Myzel beimpfen

25 Impfdübel reichen aus um 2 Stämme mit einer Länge von ca. 50 cm zu beimpfen. Je mehr Impfdübel Sie verwenden, desto schneller ist mit den ersten Pilzen zu rechnen. Für 25 Impfdübel empfehlen wir einen Holzstamm mit Maßen: Ø 25 cm x 50 cm.

 

Baumstamm_Grafik_Bohrer_Hammer_klein1_Wasserzeichen_6_200   

Bohren Sie die Löcher (Ø 8 mm) mit einigem Versatz ringsum in die Holzstämme. Verteilen Sie die Löcher gleichmäßige über den gesamten Stamm, so wird das Holz besser und schneller mit dem Myzel durchwachsen und Konkurenzpilze können keinen Fuß fassen. Es empfiehlt sich auch min. ein Loch pro Schnittfläche zu beimpfen, dies verringert zuverlässig den Befall durch Fremdpilze an der schwächsten Stelle des Baumstammes. Bohren sie die Löcher nicht tiefer als die Dübel lang sind (Für unsere Impfdübel: 40mm).

 

Bevor Sie die Impfdübeln aus der Verpackung nehmen, empfehlen wir Ihnen sich Ihre Hände gründlich mit Seife zu waschen. Eine Verwendung von Handdesinfektionsmittel ist ebenfalls empfehlenswert, jedoch nicht unbedingt notwendig. Fassen Sie die Impfdübel nach Möglichkeit nicht mit den bloßen Händen an, sondern drücken Sie diese direkt aus der Verpackung in die Holzstämme oder verwenden Sie saubere Einmalhandschuhe.

 

Stecken Sie in jedes vorgebohrte Loch einen Impfdübel und schlagen Sie diesen vorsichtig mit dem Hammer in den Baumstamm. Die Pilzdübel werden mit der Zeit immer weicher und müssen daher vorsichtig eingeschlagen werden, um diese auch wirklich in den Stamm zu bekommen. Sind alle Löcher mit Impfdübeln beimpft, umwickeln Sie den Stamm komplett mit haushaltsüblicher Klarsichtfolie. Durchlöchern Sie die Folie ringsum mit einem Nagel oder einer Nagelrolle. Als Richtwert sollten Sie für einen 50 cm langen Holzstamm etwa 50 - 100 Löcher einstechen. Wem dies zu viel Arbeit ist, kann die Holzstämme auch unter einer Plane in der sog. Miete lagern. Bei dieser Methode muss jedoch die Feuchtigkeit des Holzes öfter kontrolliert und ggf. angepasst werden.

 

 

 

Die Baumstämme einlagern und durch das Pilzmyzel kolonisieren lassen

Frisch beimpfte Holzstämme sind nicht winterhart und benötigen für min. 4 Wochen einen frostfreien Lagerplatz. Lagern Sie den Holzstamm bei 10 - 25 °C am besten in vollständiger Dunkelheit. Für die genauen Temperaturvorlieben der einzelnen Pilzarten schauen Sie doch auch in unsere Pilzporträts oder auf die einzelnen Produktseiten. Kontrollieren Sie die Hölzer regelmäßig auf Ihre Feuchtigkeit, da das Pilzmyzel während der Durchwuchsphase (Inkubation) nicht austrocknen darf. Die optimale Holzfeuchte beträgt 55 - 70 % und lässt sich leicht mit einem Holzfeuchtemessgerät für Brennholz ermitteln. Sie können die Feuchtigkeit aber auch mit der Hand erfühlen und ggf. sehen. Berühren Sie die Strinfläche des Holzes, fühlt sich diese "feucht" an, ist ausreichend Feuchtigkeit im Holz vorhanden. Ausgiebige Schimmelbildung ist ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Belüftung oder beides. Erhöhen Sie den Luftaustausch um den Stamm und der oberflächliche Schimmel wird verschwinden.

Vermeiden Sie unbedingt die trockene Luft neben einem Heizkörper und Temperaturen über 30 °C, da beides dem Myzel irreparabel schadet.

 

Je nach Pilzart, Temperatur und Impfdübelanzahl dauert es jetzt etwa 2 bis 6 Monate, bis die beimpften Holzstämme vollständig durch das Pilzmyzel kolonisiert sind.

 

 

 

Holzstämme im Garten aufstellen und für die erste Pilzernte vorbereiten

Die Holzstämme sind vollständig kolonisiert, wenn an mehreren Stellen neben den Impflöchern weißes Myzel auf der Rinde hervor scheint. Entfernen Sie die Frischhaltefolie vollständig bzw. entnehmen Sie die Holzstämme aus der Miete. Suchen Sie sich einen schattigen und feuchten Platz im Garten mit nicht zu starker Zugluft. Direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie bei der Standortwahl ebenfalls bestmöglich vermeiden, da der Holzstamm im Sommer sonst überhitzen kann und ggf. das Myzel abstirbt. Die Pilzkultur und Ihre Bemühungen wären dann umsonst gewesen.

Graben Sie die kolonisierten Holzstämme etwa zur Hälfte in den Boden ein. Ausnahme sind Shiitake Hölzer, diese werden nicht eingegraben sondern aufrecht gegen einen Zaun oder Wand gestellt. Bedecken Sie die umliegende Erde mit Mulch oder geschreddertem Grünschnitt. Diese zusätzliche Schicht dient dem Myzel als weitere Nährstoffquelle und die bodennah wachsenden Pilze sind frei von Erdresten und müssen nicht aufwändig geputzt werden. Gerade für die fächerförmig wachsenden Seitlinge ist dies sehr zu empfehlen.

Jetzt heißt es abwarten und mit viel Geduld der Ankunft der ersten frischen Pilze entgegenzufiebern. Für gewöhnlich ist keine weitere Pflege des Holzstamms notwendig. In starken Hitzenperioden bzw. Trockenphasen sollten Sie den Stamm und auch die Erde drum herum ab und zu gießen, damit sich das Pilzmyzel mit genügend Feuchtigkeit versorgen kann. Die Pilze danken es Ihnen zumeist im Hebst mit einer kräftigen Pilzernte.

 

Wann Sie mit den einzelnen Pilzarten rechnen können haben wir im folgenden Bild für Sie zusammengefasst. Beachten Sie, dass es Regionale Unterschiede bei der Fruchtung gibt und die Witterungsbedingungen maßgeblichen Einfluss auf die Pilzbildung (Fruktifikation) ausüben. Die nachfolgende Tabelle mit den jeweiligen Fruchtungszeitpunkten ist daher als Richtwert zu betrachten.

 

Abbildung in Arbeit. Bald für Sie da!

 

 


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